Leopold Museum präsentiert Pragansicht von Kokoschka als neue Dauerleihgabe

Leopold Museum präsentiert Pragansicht von Kokoschka als neue Dauerleihgabe

Präsentation der neuen Dauerleihgabe "Oskar Kokoschka, Prag - Blick vom Garten des Kreuzherrenkonvents, 1934" im Leopold Museum. Im Bild v.li.n.re: Agnes Husslein-Arco (Vorstand, Leopold Museum-Privatstiftung, I.E. Ivana Červenková (Botschafterin der Tschechischen Republik), Hans-Peter Wipplinger (Direktor, Leopold Museum)

Mit Prag – Blick vom Garten des Kreuzherrenkonvents bereichert ein weiteres Meisterwerk Oskar Kokoschkas die permanente Wien 1900-Ausstellung des Leopold Museum. Das Ölgemälde setzt ab 22. Jänner als unbefristete Dauerleihgabe einen wichtigen Akzent in der weltweit umfassendsten musealen Kokoschka-Dauerpräsentation.

Die wertvolle Leihgabe aus einer internationalen Privatsammlung wurde gestern in Anwesenheit i. E. der Botschafterin der Tschechischen Republik Ivana Červenková von Vladimír Lekeš, Direktor und Kurator des Prager Adolf Loos Apartment (ALAG), dem Leopold Museum übergeben. Direktor Hans-Peter Wipplinger und Vorstandsmitglied Agnes Husslein-Arco nahmen die bedeutende Stadtlandschaft persönlich entgegen.

 

„Die Stadtansicht Prag – Blick vom Garten des Kreuzherrenkonvents ist die wohl bedeutendste Pragdarstellung Oskar Kokoschkas. Das Leopold Museum widmet dem künstlerischen Schaffen des Expressionisten im Rahmen der Wien-1900-Präsentation breiten Raum. Mit der 1925 gemalten Ansicht von Amsterdam, dem Blick auf Wien vom Schloss Wilhelminenberg (1931) sowie dem in Dresden entstandenen Selbstbildnis an der Staffelei mit dem Blick durch das Atelierfenster auf die Stadt an der Elbe, kann das Leopold Museum mit der Prag-Vedute nun die Bandbreite der Präsentation der Stadtlandschaften Kokoschkas wesentlich ergänzen. Mit den Oskar Kokoschka gewidmeten Räumen und den Präsentationen der weltgrößten Sammlungen von Egon Schiele und Richard Gerstl bietet das Leopold Museum einen einzigartigen Überblick über den Facettenreichtum des österreichischen Expressionismus.“ (Hans-Peter Wipplinger)

 

Der erklärte Pazifist Oskar Kokoschka hatte 1934 das autoritär regierte Österreich verlassen. In Prag, wo auch seine Schwester Berta lebte, fand er eine zweite Heimat, wenn auch nur für vier Jahre. Hier entstanden nicht nur die Pragansichten, sondern auch ein Porträt des tschechoslowakischen Präsidenten Tomáš Garrigue Masaryk. 1938 musste der von den Nationalsozialisten als „Entarteter Künstler“ diffamierte Maler die Flucht antreten und ging, gemeinsam mit seiner Frau Olda Palkovská, ins Exil nach Großbritannien.

Das Gemälde Prag – Blick vom Garten des Kreuzherrenkonvents entstand im Jahr 1934. Kokoschka erhielt die Erlaubnis das Bild in der Klausur der Kreuzherren zu malen. Josef Vlasák, der Großmeister des Ordens, hatte nach Fürsprache des Galeristen Hugo Feigl den von Kokoschka angegebenen Raum geräumt und dem Künstler zur Verfügung gestellt. Der erste Besitzer des Bildes war Ladislav Jerie, ein mit Kokoschka befreundeter Kunstsammler und Generaldirektor der SDF, der ehemaligen Kaiser Ferdinands-Nordbahn. Dieser kaufte das Bild 1935 in der Galerie Dr. Feigl. Der mit Kokoschka befreundete Galerist war auch sein Prager Kunsthändler. Das Bild blieb im Besitz der Familie, die es um 1990 an die Prager Galerie Zlatá Husa verkaufte. 2019 wurde das Bild bei einer Versteigerung des Auktionshauses ALAG schließlich vom aktuellen Besitzer erworben.

In seinem Meisterwerk Prag – Blick vom Blick vom Garten des Kreuzherrenkonventszeigt Kokoschka den Blick auf den Hradschin und die Moldau mit der Karlsbrücke vom Kloster der Kreuzherren mit dem Roten Stern. Nicht die Gebäude der Stadt stehen im Mittelpunkt des dynamischen Prag Bildes, sondern der Blick durch das unruhige Grün der Bäume im Vordergrund auf die Moldau und das im diffusen Licht liegende Panorama der Stadt. Das Gemälde war bereits 1947 in der Kunsthalle Basel, im Kunsthaus Zürich und im Amsterdamer Stedelijk Museum sowie 1956 in der Prager Nationalgalerie zu sehen. Nach Präsentationen im Rahmen von Ausstellungen in Kokoschkas Geburtsstadt Pöchlarn (1980), in der Nationalgalerie Prag (1986), der Kunsthalle Bielefeld (1994/95) und im Kunstforum Ostdeutsche Galerie Regensburg (2015) wird das Gemälde nun erstmals in Wien gezeigt.

Das Gemälde:

Oskar Kokoschka (1886 Pöchlarn, Niederösterreich – 1980 Montreux, Schweiz)
Prag – Blick vom Garten des Kreuzherrenkonvents, 1934
Öl auf Leinwand, 85 x 115 cm
Privatsammlung, Courtesy of Adolf Loos Apartment and Gallery

Quelle: Leopold Museum-Privatstiftung Mag. Klaus Pokorny und Veronika Werkner, BA Presse/Public Relations / ots  //  Fotocredit: Leopold Museum, Wien/Pia Sääf
 

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