Naturfreunde setzen sich für „Freie Fahrt für Mountainbiker“ ein

Naturfreunde setzen sich für „Freie Fahrt für Mountainbiker“ ein

Der MTB-Boom ist nicht mehr aufzuhalten - Die Trails sind zum Bersten voll. 120.000 KM Forststraßen, jedoch nur ein geringer Teil offiziell befahrbar.

Mountainbiken hat in den letzten Jahren einen wahren Boom erlebt. Hunderttausende österreichische RadfahrerInnen und MountainbikerInnen, sowie zahlreiche Gäste aus dem Ausland suchen Erholung in den Wäldern und Bergen Österreichs. Radfahren ist im Wald jedoch nur auf dafür genehmigten und gekennzeichneten Routen erlaubt. Der Ausbau von Singeltrails, Trail Areas und Bikeparks muss unterstützt und forciert werden. Die Naturfreunde setzen sich für den Strukturausbau von Mountainbikestrecken ein und erinnern daran, dass von den rund 120.000 Kilometern Forststraßen nur ein geringer Teil offiziell befahrbar ist. Eine Freigabe dieser Forststraßen wäre ein optimales niederschwelliges Angebot für Freizeitsportler*innen.

Die Naturfreunde Österreich haben sich nach dem Lockdown Mitte März erstmals wieder zu einer Präsidiumssitzung in den Besprechungsräumlichkeiten der Bundesorganisation in Wien getroffen. In der Sitzung dominierte das Thema „Freie Fahrt für Mountainbiker“. Obwohl sich Radfahren europaweit als Trend stark weiterentwickelt, sind die Rahmenbedingungen und die Infrastruktur in Österreich unzureichend. Die Naturfreunde werden sich hier als Partner im Sinne einer Verbesserung der Situation einsetzen!

Aufgrund der vielfältigen Ausprägungen stellt das Radfahren sowohl für den jungen als auch den älteren Menschen eine ideale Möglichkeit für Fit- und Gesundheitstraining dar. Neben dem positiven Einfluss gemeinsamer Freizeitaktivitäten auf unser soziales Wohlbefinden, finden wir darin Ruhe, Erholung und Ausgleich für Körper, Geist und Seele. Unter Bezugnahme auf die Corona-Pandemie darf festgehalten werden, dass sportliche Betätigungen das Immunsystem stärkt und so der Schutz vor Erkrankungen höher ist.

Der MTB-Boom ist nicht mehr aufzuhalten - Die Trails sind zum Bersten voll!

Über 800.000 österreichische Radfahrer*Innen und Mountainbiker*Innen und unzählige Gäste aus dem Ausland suchen jährlich Erholung und sportliche Bestätigung in Österreich. Rund 600.000 verkaufte MTBs und E-MTBs im Jahr 2019 sprechen eine deutliche Sprache.

Gemeinsames Ziel muss sein, dass alle Kontrahenten in den Dialog treten, um bestehende Konflikte zu beenden und das Aufkeimen neuer Probleme zu verhindern. Der Fokus der Naturfreunde liegt nicht ausschließlich auf einer bestimmten Spielart des Mountainbikens, es sollen alle – vom Genussradler über den E-Biker bis hin zum Downhill-Racer – ihren Platz finden.

Dass ein Miteinander am Berg und im Wald möglich ist, zeigen sämtliche Nachbarstaaten Österreichs, wo das seit Jahren gelebte Praxis ist.

Ein Lösungsansatz ist die Entwicklung zielgruppenorientierter Angebote für Mountainbiker*Innen und Radfahrer*Innen vom Flowtrailer bis zum Downhiller mit Berücksichtigung der Interessen von Wanderern*Innen, Grundeigentümern, Holz-, Forst- und Jagdwirtschaft. Vor allem gilt es, für den Schutz von Fauna und Flora und für Sicherheit im Wald für alle zu sorgen.

Gebaute Trails können von einer bestimmten Anzahl von Bikern im Zeitfester befahren werden. Wird diese Zahl zu hoch – was aktuell in vielen Gebieten zu beobachten ist – sind Probleme und Konflikte auf mehreren Eben vorprogrammiert. Fakt ist, dass es zu wenig gebaute und offizielle Trails gibt.

Genau dort setzen die Naturfreunde an. Mit Beratung, Information im Trailbau, Projektbegleitung und Unterstützung bei komplexen Gesprächen und Verhandlungen mit Stakeholdern wollen die Naturfreunde lokale Bestrebungen in der Umsetzung forcieren. Zusätzlich sorgen die Naturfreunde für haftungsrechtliche Unterstützung bei Haltung und Wartung der Trails.

Die Naturfreunde wollen einerseits als Ansprechpartner und Unterstützer für alle Stakeholder bei Trailprojekten andererseits jedoch auch als Unterstützer von fitness- und gesundheitsorientierten Mountainbiker*Innen und Radfahrer*Innen, welche auf niederschwelligen Strecken unterwegs sein wollen, auftreten.

Freigabe von Forststraßen

Der Wald bietet mit einem umfangreichen Netz an befestigten Forststraßen den optimalen Raum und beste Voraussetzungen für naturnahe Bewegung und die notwendige Entspannung.

Laut Forstgesetz darf der Wald von Jedermann zu Erholungszwecken betreten werden. Radfahren im Wald ist jedoch nur auf dafür genehmigten und gekennzeichneten Routen erlaubt. Diese Gesetzeslage ist schlichtweg unzeitgemäß und behindert damit die Entwicklung dieser Sportart. Obwohl Österreich topographisch ein Paradies für MountainbikerInnen wäre sind legale Möglichkeiten zur Ausübung des Sports noch Mangelware. Nur rund 10 % aller Forststraßen dürfen offiziell befahren werden.

Die Naturfreunde Österreich erinnern an ihre Forderung der Freigabe von Forststraßen für das Befahren mit Rädern, unter Berücksichtigung (wild)ökologischer, forstwirtschaftlicher und sozialgesellschaftlicher Erfordernisse! Alle übrigen Waldbereiche wie Wanderwege, Waldsteige und dgl. sind von dieser Forderung ausdrücklich ausgenommen!

Verwaltungsstrafen oder zivilrechtliche Klagen für RadfahrerInnen, weil sie auf Forststraßen unterwegs waren, müssen der Vergangenheit angehören. Diese Vorgehensweise spiegelt in keiner Weise den Gedanken wider, die Wäldern und Berge Österreichs als Erholungsraum zu nutzen und touristisch zu bewerben.

 

Quelle: Naturfreunde Österreich / Fotocredit©: Martin Edlinger

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