Wolfgang Schattauer - Eines meiner Ziele für 2020 sind die Paralympics in Tokio

Wolfgang Schattauer - Eines meiner Ziele für 2020 sind die Paralympics in Tokio

Die Saisonhöhepunkte 2020 des Profi-Sportlers im Paracycling und BMI-Mitarbeiters Wolfgang Schattauer sind die UCI Paracycling Weltmeisterschaft in Ostende in Belgien und die Teilnahme an den Paralympics in Tokio. Wie das Jahr 2019 verlaufen ist, zeigt der Rückblick

Wolfgang Schattauer ist Profi-Sportler im Paracycling und Mitarbeiter im Bundesministerium für Inneres. Er ist der einzige querschnittgelähmte Handcycling-Athlet, der sich bereits für vier Paralympics qualifizieren konnte. 2020 steht für den Sportler ganz im Zeichen der Saisonhöhepunkte "UCI Paracycling WM in Ostende in Belgien" und Teilnahme an den "Paralympics in Tokio".

2019 begann für Schattauer mit einer Verletzung. Im März zog er sich bei der Wettkampfvorbereitung beim Ergometer-Training eine Schulterverletzung zu, die ihn bis August beim Training behinderte. "Deshalb habe ich erst im September bei der Weltmeisterschaft in Emmen in den Niederlanden im Einzelzeitfahren mit Platz 10 und im Straßenrennen mit Platz 11 meine Leistung steigern können." 
 

Saisonabschluss: Sieg beim Berlin Marathon

"Insgesamt bin ich 2019 25-mal an den Start gegangen", erzählt Schattauer. "In Österreich habe ich alle sieben Rennen für mich entscheiden können. Das waren die österreichische Meisterschaft im Straßenrennen und Einzelzeitfahren (Titel Nr. 24 u. 25), der Linz Marathon sowie alle vier Etappen der European Paracycling Games." Auch den Saisonabschluss gewann der BMI-Sportler. Bei seinem 11. Start beim Berlin Marathon am 29. September 2019 konnte er den bereits achten Sieg einfahren.

Die Ergebnisse von 2019 bedeuten, dass die Chancen von Schattauer auf eine 5. Paralympics-Teilnahme in Tokio 2020 aufrecht sind. "Entscheidend für eine Nominierung werden meine Platzierungen bei Einzelzeitfahren und Straßenrennen bei der UCI Paracycling-WM 2020 in Belgien sein", sagt er.

 

Einmal Sportler, immer Sportler

Wolfgang Schattauer war dreizehn Jahre lang Triathlet. Er bestritt zwischen 1986 und 1999 über 100 Triathlons, nahm unter anderem neunzehn Mal an Langdistanzwettkämpfen über die klassische Ironmanstrecke teil und erreichte fünf Mal bei den Ironman Triathlon World Championships auf Hawaii das Ziel. Am 30. Juli 1999 erlitt er bei einem schweren Radunfall mit Fahrerflucht eine komplette Querschnittlähmung und ist seither auf den Rollstuhl angewiesen. Einmal Sportler, immer Sportler, sagte er sich, und begann ein Jahr später mit einem umgebauten Rollstuhl regelmäßig zu trainieren. Er fuhr an fünf Tagen in der Woche auf der Wiener Donauinsel, in der Prater Hauptallee, später in der Gemeinde Gießhübl, um Steigungen bis zu 12 Prozent zu trainieren, im Sommer, im Winter – nur bei schlechtem Wetter im Keller auf einer für das Handbike umgebauten Walze. Im Jahr 2000 beendete er den Wiener Inline-Marathon, seinen ersten Wettkampf, als Dritter. Ein Jahr später wurde er Gesamtsieger des Austria Inline Cups in der Kategorie "Handbike-Fitness". Vier Jahre nach seinem Unfall war er einer der besten Handbiker Österreichs.

Heute ist Wolfgang Schattauer mehrfacher Weltmeister und Paralympicssieger, und aus einem umgebauten Rollstuhl ist ein ca.13 Kilogramm leichtes High Tech-Rennhandbike aus Karbon geworden, mit einer Bodenfreiheit von acht Zentimetern und drei 26 Zoll großen Scheibenrädern.

Quelle: BMI  //  Fotocredit: ©  Ingrid Schattauer

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